Für die Globalisierung des Widerstands

 

Als sich vom 20. Bis 22. Juli 2001 VertreterInnen der mächtigsten Industriestaaten in Genua zu einem G8 Gipfel trafen, sahen wir es hier in Saarbrücken auch als unsere Sache an, unserem Protest Ausdruck zu geben.
Dieser Gipfel war und ist neben der Welthandelsorganisation (WTO) und dem Internationalen Währungsfond ein weiteres Treffen, dessen konkrete Beschlüsse Milliarden Menschen weltweit täglich zu spüren bekommen. 20% der Weltbevölkerung - nämlich die Menschen in den Industrieländern - verbrauchen 83% der Ressourcen unseres Planeten, elf Millionen Kinder sterben jedes Jahr an Mangelernährung und 1,3 Milliarden Menschen müssen von weniger als einem Dollar pro Tag leben. Auch in Europa und Deutschland vergrößert sich die Schere zwischen arm und reich. Allein in der EU leben inzwischen 50 Millionen Menschen in Armut, fünf Millionen Menschen sind obdachlos. Die ärmsten Länder der Welt werden durch gezielte Kreditvergaben von Weltbank und IWF in Abhängigkeit getrieben und dadurch gezwungen, gestellte Bedingungen der reichen Nationen, wie z.B. eine Agrarpolitik gegen die eigene Bevölkerung, aber im Profitinteresse der Industrienationen und der Großkonzerne, durchzuführen, oder eine Bevölkerungspolitik umzusetzen, die auf dem Rücken der Frauen ausgetragen wird, und die die Geburtenrate weißer Menschen steigern, und die nicht-weißer Menschen reduzieren soll.

Wenn sich die Regierungschefs der Industriestaaten gepflegt darüber unterhalten wollen, wie sie ihre Weltordnung effektivieren können, müssen wir sie an allen Orten mit Widerstand konfrontieren.

In Saarbrücken hat sich ein Bündnis gegründet, um vor Ort eine Solidaritätskundgebung am Samstag den 21.7.2001 durchzuführen. In dem Bündnis waren die Antifa Saar, die Gruppe basis, Kommando Luftschloß und Subversiv! vertreten. Außerdem sind auch saarländische AktivistInnen nach Genua gefahren, um dort zu protestieren. Mehr als 150.000 Menschen aus vielen verschiedenen Ländern sind dort ebenfalls eingetroffen. Genua befand sich tagelang im Ausnahmezustand. Schwer bewaffnete Polizeitrupps und Militäreinheiten haben in Genua ein Klima der Angst und der Bedrohung geschaffen. Es gab unzählige Übergriffe auf DemonstrantInnen, hunderte wurden festgenommen und auf den Polizeiwachen z.T. misshandelt.
Als Carlo Giuliani am 20.7. ermordet wurde, fand am Abend in Saarbrücken eine halbstündige Spontandemonstration mit ca. 100 Personen durch das Nauwieser Viertel statt. Die Demo war sehr kraftvoll und es wurden Parolen wie "Sprengt die Macht der Banken und Konzerne" oder "Wir sind nicht alle - Es fehlen die Ermordeten" gerufen.

Am nächsten Tag fand die angekündigte Kundgebung am St.Johanner Markt statt. Dank der zahlreichen Teilnahme von fast 100 Menschen konnte nach der regulären Kundgebung eine spontane Demonstration durch die Innenstadt durchgeführt werden.

Für den 20.8.2001 wurde ein Global Action Day für die Gefangenen und den Erschossenen Carlo Giuliani angekündigt. Zahlreiche Aktionen fanden in ganz Europa statt. In Saarbrücken wurde eine Protestaktion vor dem italienischen Konsulat durchgeführt, auf der die Freilassung aller noch Inhaftierten in Genua gefordert wurde.

Fotos der Kundgebung am 21.7.2001(zum Vergrößern anklicken):

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