Was ist die Tobin-Steuer

1972 machte der Nobelpreisträger James Tobin den Vorschlag, auf kurzfristige Devisentransaktionen eine Steuer zu erheben.

Kurzfristige Anlagen haben eine destabilisierende Wirkung auf die weltweiten Finanzmärkte, und verursachen dort permanente Kursschwankungen. Von den 1,5 Billionen Dollar, die pro Börsentag zwischen den Finanzzentren hin- und hergeschoben werden, sind 80 Prozent solche kurzfristigen Anlagen mit einer Laufzeit von weniger als zwei Monaten, häufig sogar nur von Stunden.
Die Anleger versuchen dabei, geringste Kursunterschiede bei Devisen, Aktien und Wertpapieren auszunutzen, oder sie spekulieren auf zukünftige Kursunterschiede. Wenn der Wechselkurs zwischen Dollar und Yen in Hongkong nur für ein paar Stunden eine Differenz von 1 Prozent zu Tokio ausmacht, kann man mit 100 Millionen per Mausclick eine Million Gewinn machen.

Würden Devisentransaktionen bei jedem Grenzübertritt mit 0,5 Prozent besteuert, so würde ein Großteil dieser kurzfristigen Geschäfte unrentabel. Handelsgeschäfte und langfristige Investitionen dagegen, so die Argumentation der Befürworter, würde eine solche Steuer so gut wie nicht belasten. Im Gegenteil, sie könnten von den stabileren Rahmenbedingungen profitieren und auf kostenträchtige Absicherungsmaßnahmen verzichten. Das würde zu einer Entschleunigung und Mengenreduktion auf den Finanzmärkten führen - und damit zu mehr Stabilität. Die technische Umsetzung der "Tobin Tax" wäre dank Computertechnologie so einfach wie das Abbuchen der Bankgebühren von Otto Normalverbrauchers Girokonto.

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