Aktion "Gelber Punkt"

Anfang 1992 gründete sich die Aktion "Gelber Punkt" in Saarbrücken. Anlaß war, dass sich auch im Nauwieser Viertel die faschistischen Überfälle häuften. Hooligans schlugen zwei arabische Männer zusammen, zwei Männer griffen einen Griechen mit einem Meser an, ein Antifaschist wurde von Rechten niedergestochen, Scheiben von Geschäften nicht-deutscher Inhaber/innen wurden eingeschmissen.
Das war Anlaß genug für eine Handvoll Leute, die im Nauwieser Viertel wohnten oder arbeiteten, Fluchtmöglichkeiten vor faschistischen/rassistischen Angriffen zu organisieren.

Gleichzeitig ging das Bemühen auch darum, die Stimmung auf der Straße zu verändern, daß praktische Solidarität mit Betroffenen faschistischer/rassistischer Übergriffe langfristig organisiert wird, und dass dafür mehr gesellschaftliches Verantwortungsbewußtsein entsteht.

Die Fluchtmöglichkeiten waren so organisiert, dass die ca. 15 beteiligten Geschäfte und Gasthäuser sich einen Gelben Punkt - von außen gut sichtbar - an die Scheibe oder die Eingangstür klebten, der mit "WIR BIETEN AUSLÄNDERINNEN SCHUTZ VOR RASSISTISCHEN ÜBERGRIFFEN" beschrieben war. Weiterhin wurden Handzettel in den Sprachen deutsch, französisch, englisch, spanisch, persisch, arabisch und türkisch in den beteiligten Unternehmen und an Orten, an denen viele Nicht-deutsche verkehren, ausgelegt und in Treffen gegen Rassismus verteilt.

Es gab Handzettel für die beteiligten Betriebe, in denen wichtige Punkte, die im "Ernstfall" zu berücksichtigen sind, angesprochen wurden und die dazu anregten, sich je nach Möglichkeit vorzubereiten. Zusätzlich wurden von Zeit zu Zeit Plakate geklebt, die zum Einschreiten gegen rassistische Angriffe aufforderten.

Die Idee wurde bundesweit bekannt gemacht, und in über mehr als 20 Städten wurde sie aufgegriffen.

FLUGBLATT

Die Aktion wurde unter anderem auch in Merzig und Umgebung durchgeführt:

Flugblatt 1993

Presse zur Aktion "Gelber Punkt"

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